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Interview mit den Organisatoren des Winterlehrgangs

„Die volkstänzerischen und volksmusikalischen Wurzeln nicht vergessen“
(siehe dazu auch Bildergalerie)

Der Winterlehrgang gehört zu den ältesten und wichtigsten Fortbildungsveranstaltungen der Arbeitsgemeinschaft Volkstanz in Südtirol. Auch heuer haben wieder über hundert Tanz- und Musikbegeisterte eine gemeinsame Woche auf dem Ritten verbracht und in einer etwas unkonventionelleren Art den Jahreswechsel gefeiert.
Was den Erfolg dieser Veranstaltung ausmacht und warum diese Veranstaltung trotz oder vor allem wegen ihres langjährigen Bestehens immer noch gefragt ist, wollten wir von den Organisatoren der heurigen Auflage Alexander Franzoi und Renate Kastl wissen.

Der Winterlehrgang ist nun wieder Geschichte und ging unter Ihrer Leitung wieder zur Freude aller TeilnehmerInnen über die Bühne. Was macht Ihrer Meinung nach den besonderen Reiz dieses etwas anderen Jahreswechsels aus, der alljährlich so viele Tanz- und Musikbegeisterte auf den Ritten lockt? 
Alexander Franzoi: Es freut uns alljährlich wenn wir wieder sehr viele TänzerInnen für den Winterlehrgang begeistern können. Neben vielen langjährigen Teilnehmern, die diese Woche zwischen den Feiertag immer nutzen, um ihren tänzerischen Horizont zu erweitern und auch Tänze aus anderen Kulturkreisen kennenzulernen, gibt diese Fortbildungsveranstaltung auch Anfängern die Möglichkeit sich mit den Grundtänzen und einfachen Tiroler Tänzen bekannt zu machen.
Renate Kastl: Natürlich sollte nicht vergessen werden, dass neben dem Tanzen, Singen und Musizieren der Winterlehrgang auch ein Ort der Begegnung ist, wo man die Möglichkeit hat alte Bekannte wieder zu treffen neue Gesichter aus Südtirol und verschiedensten Bundesländern Österreichs kennen zu lernen.

Warum glauben Sie, lassen sich auch so viele Referenten dafür begeistern ihre Ferien- bzw. Feiertag beim Winterlehrgang zu verbringen? 
Renate Kastl: Da der Großteil der Referenten schon seit Jahren verschiedenste Module des Winterlehrgangs leitet und immer wieder gerne bei diesem traditionellen Lehrgang der Arbeitsgemeinschaft Volkstanz als Kursleiter fungiert, glaube ich, dass nicht nur die teilnehmenden TänzerInnen und MusikantInnen im Laufe der Woche Vieles lernen. Sowohl die Arrivierten als auch die Anfänger stellen die Referenten für Tanz, Gesang, Steirische Harmonika, Geige, Harfe, Hackbrett, Gitarre, Schwegel und Klarinette im Rahmen der Einheiten immer wieder vor neue Herausforderungen, so dass während einer derartigen Weiterbildungsveranstaltung auch die Referenten neues dazulernen.

Bei dieser Ausgabe lag der Altersschnitt bei 27 Jahren. Warum glauben Sie, dass sich vor allem die Jugend vermehrt an derartigen Veranstaltungen teilnimmt? Wurden heuer spezielle Anreize geschaffen, die den Lehrgang für die Jugend interessant bzw. interessanter gemacht haben? 
Alexander Franzoi: Diese Tatsache ist meiner Meinung nach prinzipiell auf einen jungen Schub im Volkstanz zurückzuführen, der sich in den letzten Jahren abgezeichnet hat. In den meisten Bezirken gibt es vermehrt junge Vereinsmitglieder, die sich aktiv an den Proben und Auftritten beteiligen. Die ist ein Zeichen, dass die Jugend den Volkstanz und auch das Tragen der Tracht wieder vermehrt für sich entdeckt hat und mit Freude und Begeisterung diese Traditionen pflegt. Diesem Trend hat natürlich auch die Kursleitung versucht Rechnung zu tragen, in dem man mit dem Modul „Internationale Kreistänze, Line Dance und Disco Fox“ Tänze des Volkes angeboten hat, die vor allem für die junge Generation attraktiv sind. Außerdem haben die abwechslungsreiche und pfiffige Gestaltung des Programms und eine Reduzierung der Teilnahmegebühren für die jüngeren Semester sicher auch zum niedrigen Altersdurchschnitt beigetragen.

Sie erleben diese ereignisreiche Woche als Organisator natürlich aus einer etwas anderen Sichtweise als die Teilnehmer. Welchen Eindruck hatten Sie vom Winterlehrgang 2008/2009? Was stellt Ihr persönliches Highlight dar? 
Renate Kastl: Im Laufe eine Woche in Lichtenstern gibt es viele schöne Momente, die einem sicher noch lange in Erinnerung bleiben werden. Aus diesem Grund ist es schwer sich konkret auf ein Highlight festzulegen. Die Veranstaltung an sich war ein großer Erfolg, was uns als Organisatoren natürlich sehr freut. Die zahlreichen Reaktionen der Kursteilnehmer und deren Zuspruch für den Lehrgang ist das Wichtigste, was man für seine Arbeit zurückbekommen kann.

Sie haben heuer als Team bereits das zweite Mal die Leitung des Winterlehrgangs übernommen. Was war besser/anders/neu? 
Alexander Franzoi: Dass wir schon auf die Erfahrungen aus dem vergangen Jahr zurückgreifen konnten, hat uns die Arbeit bei der Organisation wesentlich erleichtert. Nichtsdestotrotz haben wir uns bemüht ein Programm auf die Beine zu stellen, das auch für langjährige Teilnehmer wieder neue und überraschende Elemente enthält und möglichst alle vertretenen Generationen ansprechen kann. 
Renate Kastl: Mithilfe der Rückmeldungen aus dem vergangenen Jahr hatten wir die Möglichkeit, die Fixpunkte der Veranstaltung noch vermehrt in den Mittelpunkt zu rücken, aber auch die ein oder andere Eigeninitiative zu starten und somit etwas Abwechslung in den Lehrgangsalltag zu bringen. 

Glauben Sie, dass der Winterlehrgang in seiner derzeitigen Form noch Zukunft hat, oder dass es einer Überarbeitung/Anpassung bedarf, um Ihn auch noch in den nächsten Jahren für ein breites Publikum ansprechend gestalten zu können? 
Alexander Franzoi: Der Winterlehrgang ist einem steten Wandlungsprozess unterworfen und hat sich meiner Meinung nach bereits in den letzten Ausgaben den Bedürfnissen der Teilnehmer angepasst. Basierend auf einzelne Meilensteine, die die Veranstaltung ausmachen, wurden schon zahlreiche Erneuerungen bzw. Verbesserungen vorgenommen. Diese Erneuerungstendenz muss auch in näherer Zukunft fortgesetzt werden, um weiterhin viele TänzerInnen und MusikantInnen für die Veranstaltung mobilisieren zu können. Doch neben all diesen Anreizen sollten die volkstänzerischen und volksmusikalischen Wurzeln des Lehrgangs nicht in Vergessenheit geraten, da sie es sind, die sein Fundament ausmachen. 

Interview: Judith Unterholzner



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