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Gesamttiroler Maitanz in Strass/Zillertal (siehe dazu auch Bildergalerie)

Einer der Höhepunkte in der zweiten Tanzzeit des Jahres ist traditionell das Maitanzfest, das bereits seit vielen Jahren von der Arbeitsgemeinschaft Volkstanz in Südtirol und der Arbeitsgemeinschaft Volkstanz Tirol zusammen organisiert wird. Dieses Tanzfest findet abwechselnd einmal in Südtirol und einmal in Nordtirol statt. Heuer war wieder das nördliche Tirol an der Reihe und so konnte der Obmann Kaspar Schreder am Samstag, den 19. Mai in der Festhalle von Strass/Zillertal zahlreiche Volkstänzer aus allen drei Landesteilen begrüßen. Als Ehrengäste anwesend waren die Erste Vorsitzende der ArGe Volkstanz in Südtirol Frau Monika Rottensteiner, der 1. Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft „Österreichischer Volkstanz“ Herr Helmut Jeglitsch ist aus Wien angereist und sein Stellvertreter Herr Wolfram Weber ist aus Salzburg zu diesem Fest gekommen. Bis spät in die Nacht hinein drehten sich die Tänzerinnen und Tänzer zu den Klängen der „Hirschenwalder Almmusi“ unter der Leitung von Frau Margareta Niederseer. Die Pausengestaltung oblag heuer wieder einer Gruppe aus Südtirol und so durfte die Volkstanzgruppe Schlanders den südlichen Landesteil vertreten. Unter der Leitung ihres Obmannes Hubert Kuppelwieser hatte sie den Bandltanz einstudiert und konnte den begeisterten und kritischen Zuschauern eine gelungene Aufführung dieses traditionsreichen Tanzes präsentieren. Hubert Kuppelwieser wies vor Beginn des Tanzes auf den Ursprung und die Bedeutung des Bänder- oder Bandltanzes hin, der sich nach der Aufzeichnung des Tiroler Volkstanzforschers Prof. Karl Horak in zwei Teile gliedert, dem Vortanz ohne Bänder und dem Haupttanz mit Bändern.

Die Hauptfigur des Tanzes ist das Flechten der Bänder um einen Baum. Das Flechtmotiv ist mit dem Auftauchen eines Bandes und seinem Wiederverschwinden unter anderen Bändern ein Abbild des Lebens in der Natur, des Wachsens und Vergehens.

Den Abschluss des Gesamttiroler Maitanzfestes bildete der gemeinsame Schlusskreis mit dem Lied „Weil’s nochr Zeit isch“. Zufrieden ob der schönen Stunden in gemütlicher Atmosphäre konnten alle die kurze oder längere Heimreise antreten.

Die Volkstanzgruppe Schlanders nahm das Maitanzfest zum Anlass das Unterinntal etwas besser kennen zu lernen und besuchte am Sonntag den so genannten „Lustigen Friedhof“ in Kramsach. Die Familie Guggenberger, Sagzahn-Kunstschmiedebetrieb, hat auf ihrem Gelände einen Museumsfriedhof mit alten Grabkreuzen errichtet. Die „Marterlen“ und Grabsprüche, eine Besonderheit der Volkskultur aus vergangener Zeit, stimmen die Besucher teils heiter aber auch nachdenklich. Sowohl derbe, ironische, kritische und heitere Sprüche erzählen uns von den Toten, von Unglück und Glück im Unglück, wie denn auch ein Witwer auf einer Grabinschrift rät: „….Wanderer, geh fort von hier, sonst steht sie auf und zankt mit dir.“

Das zweite Ausflugsziel der Schlanderser war das Bergwerkstädtchen Rattenberg, auf der gegenüberliegenden Innseite, das unter anderem durch seine Glaskunst berühmt wurde. Der Charme der engen mittelalterlichen Straßen zieht die Besucher sofort in seinen Bann und so mancher malerische Hinterhof, abseits von der geschäftigen Hauptstraße, lädt zum Verweilen ein. Erst am Nachmittag traten die Vinschger Tänzerinnen und Tänzer schließlich die Heimreise nach Südtirol an, wo nächstes Jahr das Maitanzfest stattfinden wird.

 Rita Thomann Koch

 

 



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