Familien-Woche am Ritten - Lichtenstern:
das klingt gut
Lichtenstern am Ritten – "Sing mor amol a Liadl" schallte es am Morgen als Weckruf durch die Gänge im Haus der Familie, und neun Referenten und annähernd zehnmal soviele Teilnehmer, zwischen zehn Monate und 89 Jahre alt, sangen, tanzten, musizierten und spielten eine ganze heitere Augustwoche lang.
Südtiroler Sängerbund und Volksmusikkreis sowie die Arbeitsgemeinschaft Volkstanz hatten zu "Urlaub und Muse" geladen.
Schon an den Gepäckstücken zeigte sich das Besondere dieser Familienwoche: Steirische Ziehorgeln und Trommeln, Gitarren und Waldhörner, Hackbretter und Zithern wurden aus den Orten zwischen Reischach und Ratschings, Schlanders und Kaltern angeschleppt. Die allermeisten der Familien mit bis zu fünf Kindern kannten sich schon von der Veranstaltung im vergangenen Jahr, bevor sie sich am ersten Abend zum Begrüßungstanz im Kreis drehten.
Die vier Elemente Erde, Wasser, Luft und Feuer hatte die Referentengruppe, Musiklehrer und Musikstudentinnen, geleitet von Robert Schwärzer aus Gais, als Thema der Woche vorbereitet. So begann etwa der Tag im Zeichen des Wassers mit dem bewussten Hinhören auf einen aufgedrehten Wasserhahn während der Morgenbetrachtung und klang der Feuertag mit Gitarrenklängen an einem hochauflodernden Lagerfeuer aus. Dazwischen lagen feststehende Programmpunkte, nach dem Frühstück eine einstündige Einstimmung mit Liedern und Tanz für alle, anschließend Musizieren in kleinen Gruppen bis zum Mittagessen, daneben Chorsingen. Die Kinder wurden währenddessen nicht nur betreut und unterhalten, sie bereiteten auch ein vielbeklatschtes Musical vor. Alles Eigenproduktion: von den selbstgemalten Kulissen über die schillernden Fischmasken bis zu neu betexteten Liedern.
Die Nachmittage vergingen mit Wanderungen und Gruppenspielen, die Kinder freuten sich über eine Bahnfahrt, und selbst im Schwimmbad von Oberbozen wurde gesungen. Niemand vermisste Fernseher, Computer oder Gameboy, lockten doch ein Abenteuerspielplatz und Go-Karts neben dem Haus und flog manch selbstgeschnitzter Pfeil über das Dach, während drinnen Klarinettenpassagen und Panflötensequenzen geübt wurden. Lustvolles, entspanntes Lernen: auch das ist Freizeit-Kultur.
Am Abschlussabend trugen Kinder und Erwachsene die in der Woche erlernten Stücke vor, das Repertoire erstreckte sich vom "Murn-Hans-Seinigen" für zwei Okarinas über Bartok und eine witzige Querflöten-Luft-Darbietung bis zu einem Bongo-Swing in Farnröckchen. Die Ehrengäste, Vertreterinnen und Vertreter der Trägervereine, zeigten sich angetan von der Spannbreite des Dargebotenen und von der durchklingenden Freude, tanzten auch noch die Sternpolka und das Bauernmadl und gar einige Landler und Boarische, zu denen aufgespielt wurde.
Sie freue sich jetzt schon auf die Familien-Woche im kommenden Jahr, meinte eine der Teilnehmerinnen am nächsten Tag, nachdem sich alle bei einem Tanz um den Brunnen des gastfreundlichen Hauses voneinander verabschiedet hatten.
Maja Clara (mac)