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Ein halbes Jahrhundert Arbeitsgemeinschaft Volkstanz in Südtirol
50 Jahre im Dienst des Volkstanzes
Wir feiern heuer ein halbes Jahrhundert Arbeitsgemeinschaft Volkstanz in Südtirol. Dieses Ereignis bietet die Gelegenheit, auf das Geleistete zurückzublicken, eine Bestandsaufnahme zu machen und sich über die Zukunft Gedanken zu machen.
Die Arbeitsgemeinschaft zur Pflege des Volkstanzes in Südtirol wurde am 31. Jänner 1960 von Prof. Luis Staindl zusammen mit zwölf Volkstanzgruppen in Brixen gegründet. Mittlerweile sind 52 Südtiroler Volkstanzgruppen mit über tausend Tänzerinnen und Tänzern Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft.
Volkstanz hat es in Südtirol natürlich auch vor der Gründung der Arbeitsgemeinschaft gegeben, selbst in den schwierigen zwanziger und dreißiger Jahren. Nach dem Zweiten Weltkrieg war, wie auch in anderen Gebieten (Österreich, Deutschland) ein Neubeginn notwendig geworden. Es waren zuerst einzelne Versuche von Volkstanzbegeisterten, einige wenige Gruppen aufzubauen. Gelegentliche Auftritte dieser Gruppen und häufigere Anfragen von auswärts gaben den Anstoß, dem Volkstanz größere Aufmerksamkeit zu widmen.
Im Jahre 1958 wurde vom Landesverband für Heimatpflege und dem Landesressort für Schule und Kultur ein Ausbildungslehrgang für Volkstanz durchgeführt. Nachdem dieser äußerst erfolgreich über die Bühne gegangen war und großen Zuspruch gefunden hatte, startete man den Versuch, eine einheitliche Ausrichtung und Zusammenarbeit der Gruppen zu erreichen, indem der Landesverband für Heimatpflege den Beschluss fasste, eine eigene Arbeitsgemeinschaft zu gründen und dem Verbande anzugliedern. Am 31. Jänner 1960 wurden die damals bestehenden zwölf Gruppen zur Gründerversammlung nach Brixen eingeladen und diese genehmigten das erste Statut und beschlossen die Gründung der Arbeitsgemeinschaft. Zum Vorsitzenden wurde Luis Staindl, bestimmt. Die Hauptzielsetzung der Arbeitsgemeinschaft wurde vom Vorsitzenden in einem Einführungsreferat kurz dargelegt: Die Volkstanzpflege vertritt den Standpunkt, dass es viel wichtiger ist, dass 100 Paare fünf Tänze können, als fünf Paare 100 Tänze.
Diesem Ziel haben wir uns bis heute verschrieben und es ist weiterhin eine der Hauptaufgaben unserer Arbeitsgemeinschaft. Wie ist dieses Ziel zu erreichen? Ein sicherer Erfolg kann unserer Arbeit nur dann beschieden sein, wenn wir zunächst in einzelnen Lehrgängen Tanzleiterinnen und Tanzleiter heranbilden, die einerseits die notwendigen praktischen Kenntnisse vermittelt bekommen, andererseits aber auch in die theoretischen Grundlagen, d.h. in Wesen und Bedeutung des Volkstanzes, eingeführt werden.
Diese Funktionäre sind für die Weitergabe und das Erlernen der Tänze vor allem in den Gruppen von grundlegender Wichtigkeit und sie sind somit die tragenden Elemente im Volkstanzwesen. Auch bei Lehrgängen und Offenen Tanzen müssen wir auf fachkundige und erfahrene Tanzleiterinnen und Tanzleiter zurückgreifen können.
Die immer größer werdende Gruppe der Kindertanzreferentinnen und -referenten zeigt bei mehreren Veranstaltungen landauf landab Kindertänze vor und regen Kinder zum Mittanzen an. Die Begeisterung der Kinder für Tanz- und Singspiele ist ein Hineinschnuppern und kann in späteren Jahren das Interesse am Volkstanzen wecken oder bestätigen.
Die Rahmenbedingungen des Volkstanzens haben sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert und es ist immer wieder eine Herausforderung für die Verantwortlichen, sei es in den Volkstanzgruppen, als auch auf Bezirks- und Landesebene, die Volkstanz-Aktivitäten so zu gestalten, dass sie der Zeit angepasst, aktuell und interessant sind, unter Beibehaltung der grundsätzlichen Werte, denen sich der Volkstanz verpflichtet.
Es war und ist uns ein Bestreben, den Volkstanz nicht nur als Vorzeigeprodukt der überlieferten Brauchtumspflege zu bewahren, sondern die vielen verschiedenen Tänze den Menschen nahe zu bringen und sie mit Freude und Überzeugung zu leben. Volkstanzen ist eine gesunde Freizeitbeschäftigung, zudem werden Grundwerte der Tiroler Volkskultur vermittelt, somit ist es eine Bereicherung für jeden, der es tut. Das gemeinsame Tanzen ist eine gemeinschaftliche Aktivität, durch die Körper und Geist in Einklang gebracht werden. In den letzten Jahren haben wir versucht besonders auch der Jugend dieses unterhaltsame Hobby nahe zu bringen und es für sie interessant zu machen.
Um das 50-Jahr Jubiläum der Arbeitsgemeinschaft gebührend zu feiern, sind im Laufe des Jahres 2010 eine Vielzahl von Veranstaltungen geplant. Dabei möchten wir auf unsere langjährige kulturelle Tätigkeit im Sinne des Brauchtums und der Tradition aufmerksam machen.
Wir hoffen, dass zahlreiche Freunde des Volkstanzes unsere Veranstaltungen besuchen und dass wir viele neue Interessierte mit unserer Freude und Begeisterung am gemeinsamen Tanzen anstecken können.
Monika Rottensteiner
Erste Vorsitzende
Klaus Tappeiner
Zweiter Vorsitzender
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